Editha Kinzorra

 

„Die soziale Ungerechtigkeit nach der Wende war Grund für mein verstärktes ehrenamtliches Engagement“, sagt Editha Kindzorra und erzählt von den Schattenseiten der Wiedervereinigung, von Vertragsarbeitern, die zuvor in den Betrieben in der DDR tätig waren und jetzt ohne jegliche Perspektive in Deutschland lebten. Viele seien in die Kriminalität getrieben worden und waren auch der Polizeigewalt schutzlos ausgeliefert.

Schon durch ihre Familie „im Geiste der internationalen Solidarität und Hilfsbereitschaft erzogen“ entschied sich Editha gemeinsam mit Gleichgesinnten aktiv zu werden. „Eine Gemeinschaft von Helfenden ist entstanden.“ Der Weg zum Verein war aber nicht ganz so einfach, schmunzelnd berichtet sie von ersten bürokratischen Startschwierigkeiten. 1991 begann schließlich die Zusammenarbeit ihrer OASE Pankow  mit der KuB (damals Kontakt- und Beratungsstelle für außereuropäische Flüchtlinge) in Kreuzberg als „Außenstelle im Osten“. Circa 15.000 DM hatten sie als OASE Pankow vom Bezirksamt zur Verfügung gestellt bekommen – diese gaben sie für die Grundausstattung aus: Schreibtisch, Computer, Drucker. Ein Gefühl von „alles war möglich“ entstand. Mit dem Jugoslawienkrieg kamen auch immer mehr Flüchtlinge in die Beratungsstelle.

1997 kam es zum Eintrag ins Vereinsregister und OASE Pankow e.V. (2011 umbenannt in OASE Berlin e.V.) war gegründet. Ziel des Vereins war und ist die Chancengleichheit für jeden Menschen herstellen zu helfen und gleichzeitig gegen bestehende Vorurteile anzukämpfen. „Man muss Farbe bekennen, Rassismus etwas entgegensetzen!“

Dies verwirklicht die OASE, wie in ihrem Leitbild formuliert, durch die 4 B’s: Beratung, Bildung, Begegnung und Beteiligung.

Neben der Beratung werden Deutsch- und Integrationskurse angeboten. „Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe“. Editha Kindzorra, Diplomlehrerin für Deutsch und Englisch und Diplom-Sozialtherapeutin, ist heute noch Vorstandsvorsitzende. „Mit dem Tagesgeschäft habe ich nicht mehr viel zu tun“, gibt sie lachend zu. Als Vorstandsvorsitzende sei ihr wichtig, dass sich alle Mitarbeiter, egal welcher Nationalität,  im Verein wohlfühlen und der Verein als „Gesamtes“ funktioniere. Dazu führt sie Mitarbeitergespräche und steht der Beratungsstellenleitung regelmäßig mit Rat und Tat zur Seite. „Es ist immer ein Miteinander.“

Auf die Frage hin, was ihr am meisten Freude in ihrem Ehrenamt bereitet, antwortet sie sofort: „Wenn wir gemeinsam die Probleme von Menschen für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes freies Leben lösen und damit einen kleinen Beitrag für die Völkerverständigung leisten können.“

Für mehr Informationen zu OASE Berlin e.V. schauen Sie gerne auf ihrer Website https://www.oase-berlin.org/ vorbei.

Vielen Dank Editha Kinzorra!

PW