Frau Z.

tätig in der Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen:

In der Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen sind zahlreiche Menschen auf vielfältigste Art und z. T. schon seit Jahren ehrenamtlich tätig. Ob Einzelbetreuung oder Gruppenkontakte, ob organisatorische Hilfe oder Übernahme von Haushalt- und Handwerkstätigkeiten, ob kontinuierliche Tätigkeit oder punktuelle Mitarbeit – alle Einsätze unterstützen direkt oder indirekt die Menschen, die unsere Angebote nutzen.
„Es ist ein schönes Miteinander, ich komme sehr gern und meine ehrenamtliche Tätigkeit hier macht mir großen Spaß!“ erzählt Frau Z. im Gespräch mit mir Mitte Juli. Bereits seit mehr als sieben Jahren (!) engagiert sie sich in Haus Kaysersberg im Wohnbereich 4. Eine lange Zeit, in der es interessante Entwicklungen gab: „Anfangs besuchte ich einzelne Menschen, dann kam die Spielerunde dazu. Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr Bewohner*innen kennengelernt, Beziehungen haben sich aufgebaut und das Basteln kam ins Rollen“, führt Frau Z. dazu aus. Das zeigt, welch viele Möglichkeiten sich innerhalb eines Ehrenamtes auftun können. Und auch speziell auf dem Gebiet der Kreativangebote gibt es viel Spannendes zu berichten. „Das war und ist eine echte Herausforderung: Einerseits muss es kinderleicht sein und für die Bewohner*innen passen (mitunter abnehmende Fingerfertigkeit und Sehkraft oder auch wenig Bastelerfahrung), andererseits sollte es aber unbedingt erwachsenengerecht sein.“ reflektiert Frau Z. sehr treffend. Sehr deutlich ist: Viel Begeisterung und viel Erfahrungswissen fließen ein und gewährleisten eine hohe Qualität der immer vielfältiger werdenden Angebote. So wurden unter anderem Schmetterlinge für die Briefkästen an den Zimmern aus Kügelchen nicht abfärbenden Krepp-Papiers hergestellt sowie dekorative Teelicht-Umhüllungen aus buntem Transparenz-Papier. Beeindruckend ist die Verbindung von Spiel- und  Bastelideen, Nachdenken und Eingehen auf Bewohner*innen-Bedürfnisse: So hat Frau Z. ein Spiel (Gegenstände bestimmten Öffnungen zuordnen) angepasst und für vergrößerte Würfel, Stäbchen und Kiste gesorgt. Und erläutert dazu: „In dieser Form ist das jetzt ein einfaches, aber eben auch anregendes Spiel für Senioren, mit dem Vorteil, dass es transportabel ist zur/m jeweiligen Spieleteilnehmer*in. Ebenso bemerkenswert ist die Sensibilität für das Miteinander und für Abläufe: Durch die immer zahlreicheren Basteleien auf den Tischen wurde das Räumen immer aufwendiger, z. B. zum Tischabwischen. Die Lösung: Die vielen Produkte werden auf ein einziges Tablett gestellt, das ist dann einfach weggeräumt und wieder hingestellt.

Und mit all dem nicht genug: Auch gemeinsames Kochen mit Bewohner*innen steht seit einiger Zeit mitunter auf dem Programm von Frau Z.! So wurden zum Beispiel im Rahmen eines Spargelwettbewerbs drei verschiedene Spargelsoßen zubereitet.
Meist mittwochs von 10 – 12 Uhr kommt Frau Z. zu Haus Kaysersberg, coronabedingt konzentriert sie sich derzeit auf die Einzelbegleitung einer Bewohnerin. Aktuell laufen außerdem die Vorbereitungen für das Herbstbasteln.

Interessantes weiß Frau Z. zu ihrem Weg zu berichten: „Aus gesundheitlichen Gründen musste ich aus meinem Beruf der Grundschullehrerin aussteigen. Klar war:  Nur zu Hause bleiben – das ist zu wenig, insbesondere an Struktur – vielmehr galt es, die richtige Mischung zu finden: Aufgaben zu übernehmen, die einerseits herausfordern, andererseits aber nicht belastend sind und Druck machen.“. Nach zwei Jahren ehrenamtlichen Besuchsdienstes in der Charité (eine Tätigkeit, die sie sehr gern ausübte, bei der sie jedoch längerfristige persönliche Beziehungen vermisste), fand Frau Z. dann über eine ASS-Mitarbeiterin zu Haus Kaysersberg. Jetzt wurde es spannend. „Ich kann mit Kindern (Lehrerin) und ich kann auf Fremde zugehen (Charité-Ehrenamt). Aber kann ich auch mit alten Menschen?“ war die große Frage, die sich Frau Z. stellte. Die Antwort liegt aus meiner Sicht klar auf der Hand: Ja, sie kann! Und wie!

Sehr erfreulich, dass bei einem so vielfältigen Engagement auch der Rahmen stimmt: „Ich erhalte oft ein Dankeschön im Wohnbereich und fühle mich sich sehr gewertschätzt“ berichtet Frau Z. Von mir an dieser Stelle ebenfalls ein großes DANKESCHÖN!

Steffen Gester
Ehrenamtskoordinator

Weitere Infos zum Ehrenamt in der Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen: www.ass-berlin.org (bitte Rubrik Ehrenamt anklicken)