Alexandra Wehrmann

Eine Hand reicht kaum aus, um die Bereiche aufzuzählen, in denen sich Alexandra Wehrmann engagiert. Kürzlich wurde die gelernte Erzieherin mit „Hang zur Heilpädagogik“, wie sie sich selbst bezeichnet, für ihr vielfältiges Engagement mit dem Pankower Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

Einer ihrer ersten Tätigkeitsbereiche war die Übernahme von Verantwortung in einer ADHS-Selbsthilfegruppe, die regelmäßig im CharlotteTreff zusammenkommt. Hier suchen Menschen den Austausch, die sich mit einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung konfrontiert sehen und die allzu oft, wie Alexandra Wehrmann es beschreibt, das Chaos in allen Bereichen des Alltags begleitet. Seit vielen Jahren ist sie nun die Leiterin dieser Gruppe und da sie bei ihrer Arbeit einen Bedarf an ganz grundlegenden Beratungsgesprächen erkannt hat, bietet sie zusätzlich eine ADHS-Beratungssprechstunde im Frei-Zeit-Haus Weißensee an.

Vor einem guten Jahrzehnt gründete sie außerdem eine Online-Selbsthilfegruppe für Menschen, die an Rheuma erkrankt sind. Inzwischen ist die Gruppe auf über 7500 Mitglieder angewachsen. Und dann sind da noch die anderen Aktivitäten, mit denen „Alex“, wie sie von den meisten genannt wird, das Gemeinschaftsleben in Weißensee bereichert: Im KiezCafé, das regelmäßig im Frei-Zeit-Haus seine Türen öffnet, ist sie mittlerweile zur allseits bekannten „Kaffeetante“ geworden und trägt zu einer offenen Austauschmöglichkeit für jeden, der kommen mag, bei. Ebenso engagiert sie sich in der Weißenseer Stephanus-Stiftung.

Die Pandemie hat vor all dem natürlich keinen Halt gemacht und so mussten viele Angebote pausieren oder in veränderter Form stattfinden. Die ADHS-Selbsthilfegruppe bleibt beispielsweise über Online-Treffen in Verbindung. Gleichzeitig weiß Frau Wehrmann um die Schwierigkeiten, die damit verbunden sein können. „Es kann auch nicht Sinn der Selbsthilfe sein, die Leute aufgrund zu hoher technischer Anforderungen zu vertreiben“, so Frau Wehrmann. Daraufhin hat sie sich um technische Lösungen Gedanken gemacht, die allen Beteiligten weiterhin den Zugang zur Gruppe ermöglichen. Das KiezCafé musste vorübergehend komplett schließen. Dafür ließ sie ihr handwerkliches Geschick bei kleineren Sanierungsarbeiten im Frei-Zeit-Haus walten. Außerdem widmete sie sich dem Garten, säte im Sommer frischen Rasen und scheute auch nicht vor der intensiven Bewässerungsarbeit zurück, die frisch gesätes Gras eben erfordert.

Bei ihren Tätigkeiten ist es Alexandra Wehrmann vor allem wichtig verlässlich und beständig zu sein, auch wenn vielleicht mal Konfliktsituationen zu klären sind. Einen einzelnen Bereich, in dem sie besonders gerne arbeitet, gibt es eigentlich nicht. „Wenn man Hilfsangebote verketten und verknüpfen kann, wenn immer jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, dann ist das großartig“, erzählt sie strahlend. Außerdem seien es die vielen kleinen Momente der Dankbarkeit, die das Helfen so schön machen. Alexandra Wehrmann hat erfahren, wie viel manchmal schon Weniges bewirken kann. „Wo man denkt, dass man eigentlich nur etwas ganz Kleines gemacht hat, bedeutet es für jemand anderen die Welt.“

Herzlichen Dank, Alexandra Wehrmann!

I.F.