Andrea Kuhn

Im Gespräch mit Andrea Kuhn

(engagiert im Stadtteilzentrum Pankow)

Andrea Kuhn setzt sich für ein inklusives Miteinander im Stadt-teilzentrum Pankow ein

Eine Lücke in ihrem Terminkalender zu finden ist gar nicht so einfach. Aber wenn sie gefunden ist, nimmt sich Andrea Kuhn Zeit. Dann erzählt sie mit geduldiger Offenheit von ihrem Engagement für Pankow und von den Wegen, die sie dahin geführt haben.

Hauptamtlich ist Andrea Kuhn in den Delphin-Werkstätten beschäftigt. Regelmäßig kann man sie aber auch bei der ehrenamtlichen Arbeit im Stadtteilzentrum Pankow treffen. Angefangen hat alles, als sie selbst nach unterstützenden Angeboten suchte und in das Stadtteilzentrum kam. Bald darauf half sie den Kiez-Atlas Pankower Lieblings-Orte zu erstellen. In diesem Projekt stellten Menschen mit Beeinträchtigungen wichtige Orte aus ihrer Sicht vor. Besprochen wurde nicht nur, was am Rathaus, am Brosehaus und den vielen weiteren Gebäuden und Plätzen besonders schön ist. Es wurden ebenfalls Verbesserungsvorschläge erarbeitet, um sie für jede und jeden noch angenehmer und zugänglicher zu gestalten.

Wie schnell körperliche und geistige Beeinträchtigungen ein Teil des eigenen Lebens werden können, weiß Andrea Kuhn. „Das kann jedem von heute auf morgen passieren“, sagt sie. So auch ihr: Im Alter von 8 Jahren hatte sie einen schweren Unfall in der Schule, der bis heute Auswirkungen auf ihr Leben hat. Nicht immer traf sie mit ihren daraus entstandenen Einschränkungen auf ein förderliches Umfeld. Allerdings schaut Frau Kuhn lieber nach vorne als zurück: „Ich will nicht sehen, wie schlecht es mir ging, sondern das Positive sehen, am liebsten mit anderen. Ich möchte zeigen und ermöglichen, was mir früher nicht möglich war.“

Von dieser Haltung und viel positiver Energie ist auch ihr ehrenamtliches Engagement geprägt. Seit einiger Zeit ist sie Teil einer Arbeitsgemeinschaft, die sich für mehr Inklusion im Stadtteilzentrum Pankow einsetzt und dazu beiträgt, dass die Teilnahme an Angeboten und das Zurechtfinden im Gebäude auch für Menschen mit Beeinträchtigungen möglich ist. Daneben engagiert sich Andrea Kuhn in vielen weiteren Projekten. Besonders viel Freude bereitet ihr die Arbeit mit Kindern. „Mein Wunsch ist erfüllt worden, ich wollte immer etwas mit Kindern machen. Da mache ich nun ehrenamtlich“, erzählt sie. Als Teil eines Teams bietet sie beispielsweise Spielenachmittage an. Vor allem in der Weihnachtszeit unterstützt sie viele weitere Veranstaltungen. Bei Kinderfesten spielt sie ihre Paraderolle, den Nikolaus, und beim Weihnachtsbasar der Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen kann man sie häufig am Infostand treffen – und das ist nur eine Auswahl.

Bald wird Andrea Kuhn in den beruflichen Ruhestand gehen. Von ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten will sie aber auf gar keinen Fall zurücktreten. Im Gegenteil: Ideen, wie sie die freie Zeit umso engagierter füllen kann, hat sie reichlich. „Ich entdecke gerne neue Bücher“, sagt sie. Es sei aber gar nicht so einfach sich auch ohne Computerkenntnisse und in leichter Sprache in Bibliotheken zurechtzufinden; das könne man verbessern. Auf die Frage, was sie sich für die Zukunft wünscht, antwortet Frau Kuhn ohne zu zögern: „Dass man herzlich willkommen geheißen wird, ob man nun die deutsche Sprache beherrscht oder nicht. Egal, ob Mann oder Frau. Dass man die Leute so nimmt, wie sie sind!“

 

Vielen Dank für das vergangene und zukünftige Engagement, Andrea Kuhn!