Mitten im Prenzlberg auf dem Innenhof des St. Elisabeth-Stifts steht Ronald Risch neben einem ganz besonderen Gefährt: einer Rollstuhl-Rikscha. Sie bildet das Herzstück eines ehrenamtlichen Projektes und ihre Anschaffung wurde vor allem durch sein Engagement möglich.
Angefangen hat alles im vergangenen Jahr, als Ronald Risch ehrenamtlich tätig werden wollte. Durch ein Beratungsgespräch mit der Freiwilligen‑Agentur Pankow wurde er auf ein Projekt aufmerksam, in dem es darum geht, den oftmals betagten und mobilitätseingeschränkten Bewohner:innen des St. Elisabeth-Stifts eine gute Zeit außerhalb des Stifts‑Geländes zu schenken. Für einige Stunden dürfen sie dann auf dem Vordersitz der Rikscha Platz nehmen und eine Ausfahrt durch die Straßen Berlins genießen. Es gab vor Ort zwar schon eine Rikscha, aber mit ihren knapp 30 Jahren machte sie keinen sehr verkehrssicheren Eindruck mehr. Im Kopf den Plan für eine neue Rikscha, schaute sich Ronald Risch nach Herstellern um und akquirierte kurzerhand Spendengelder für die Anschaffung eines neuen Gefährtes. Das ist zwar aufgrund des erschwinglicheren Anschaffungspreises nicht motorisiert, bietet aber dennoch guten Komfort und viel Sicherheit für alle Beteiligten.
Im Spätsommer war es dann soweit und die neue Rikscha wurde von Ronald Risch und den anderen ehrenamtlichen Fahrer:innen des Rikscha-Teams eingeweiht. Die gut ausgebauten Fahrradwege rund um den St. Elisabeth-Stift führen die Ausflügler beispielsweise in den Mauerpark und je nach Wetterlage und Lust aller Beteiligten auch mal weiter. Nach Passagieren muß nicht lange gesucht werden. „Die meisten wollen das natürlich, weil es auch mal was anderes ist“, berichtet er. Immer wieder wecken die Fahrten dann Erinnerungen, die mit altvertrauten Orten von früher verbunden sind: „Häufig höre ich Sätze wie ,hier hab ich mal gewohnt‘, ,da hab ich mal gearbeitet‘ – sie genießen einfach die Zeit.“
Auch Ronald Risch hat während der Fahrten und der Gespräche mit den Bewohner:innen eine gute Zeit.
„Egal was du ehrenamtlich machst, es muss dir Spaß machen“, hat er für sich erkannt. Es passt also gut, dass er auch in seiner Freizeit begeisterter Radler ist und in einem längeren Urlaub schon mal 7000 Kilometer durch Europa zurückgelegt hat. Gerade freut er sich also auf die kommenden wärmeren Monate, denn im Winter musste sein Ehrenamt, das er neben gelegentlichen Einsätzen für die Berliner Tafel ausübt, ruhen. „Unter 10 Grad plus fahren wir nicht, weil unsere Mitfahrer nicht frieren sollen“, erzählt er. Für die kommende Saison würde er sich über weitere freiwillige Fahrer:innen freuen, um noch mehr Ausflüge ermöglichen zu können. Eine kurze Einweisung durch Mitarbeitende des St. Elisabeth-Stifts bereitet auf alle Eventualitäten im Umgang mit den Bewohner:innen vor. Und eine Probefahrt mit der Rikscha gehört natürlich auch dazu.
„Es ist etwas anderes als normales Fahrradfahren und manche Interessierten müssen sich erst reindenken; das Fahrverhalten ist aber das Gleiche. Mit etwas Übung geht es sehr gut“ – so lautet Ronald Rischs ermutigende Einladung zum Ausprobieren.
Herzlichen Dank für Ihr Engagement, Ronald Risch!
I.W.

